78. Tagung für Naturheilkunde vom 13. - 15. November 2009 in München
Thema: Gestörte Umwelt - Kranker Mensch
Naturheilkunde als Chance
Eröffnungsveranstaltung
Vorwort:
Seit April 2009 sind wir Heilpraktiker mit Sitz und Stimme im Landesgesundheitsrat vertreten, einem Gremium, das die Staatsregierung und das Parlament in allen Bereichen des Gesundheitswesens berät.
Dies hat eine Gesetzesänderung ermöglicht, die von den Abgeordneten aller im Bayerischen Landtag vertretenen Fraktionen einstimmig beschlossen wurde.
Bezüglich unseres Berufsstandes dürfte das in der deutschen Parlamentsgeschichte ein bisher einmaliger Vorgang gewesen sein. Das „Erstrecht“ darauf erfüllt uns mit Genugtuung und Stolz.
Auf eine andauernde Einmaligkeit möchten wir gerne verzichten und wünschen uns, dass das Beispiel über die Grenzen Bayerns hinaus Schule macht.
Vor allem aber möchte ich mich auch von dieser Stelle aus bei den Abgeordneten aller Fraktionen ganz herzlich bedanken für das Vertrauen, das uns mit der Einbeziehung unseres Berufs in dieses Gremium entgegengebracht wird.

oben von links:
Dr. Karl Vetter, Theresa Schopper, Alois Glück
unten von links:
Kathrin Sonnenholzner, KlausPeter Rupp, Ursula Hilpert-Mühlig,
Dr. Otto Bertermann, Ingo Kuhlmann
Gäste aus der Politik:
Alois Glück, Präsident des Bayerischen Landtags a. D., Schirmherr der Tagung
Als Vertreter der Staatsregierung
Dr. Wolfgang Heubisch, Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Für die Landtagsfraktionen:
Christa Stewens, Staatsministerin a. D., CSU, Mitglied im Ausschuss Umwelt und Gesundheit
Kathrin Sonnenholzner, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD,
Mitglied im Ausschuss Umwelt und Gesundheit
Dr. Karl Vetter, FW, Mitglied im Ausschuss Umwelt und Gesundheit
Theresa Schopper, gesundheitspolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied im Ausschuss Umwelt und Gesundheit
Dr. Otto Bertermann, stellv. Fraktionsvorsitzender der FDP, gesundheitspolitischer Sprecher, Mitglied im Ausschuss Umwelt und Gesundheit, FDP-Stadtrat
Als Vertreter des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München
Klaus Peter Rupp, SPD-Stadtrat, Co-Referent im Referat für Gesundheit und Umwelt, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion |
Auf
der Suche nach einer zukunftsfähigen Kultur
Gesundheitspolitischer Meinungsaustausch auf der 78. Tagung für
Naturheilkunde in München, die unter dem Motto stand: Gestörte Umwelt
– kranker Mensch, Naturheilkunde als Chance
Im
Terminkalender der führenden bayerischen Gesundheitspolitiker aller
größeren Parteien nehmen die alljährlich im November stattfindenden
„Tagungen für Naturheilkunde“ des Heilpraktikerverbandes Bayern
einen festen Platz ein. Der besondere Reiz der Eröffnungen dieser Tagung
besteht seit einigen Jahren darin, dass die Vorsitzende Ursula
Hilpert-Mühlig in ihrem Eröffnungsreferat die zu einem guten Teil der
Schulmedizin verbundenen Politiker mit der weitgehend
„alternativen“ Sicht der Heilpraktiker konfrontiert und diese
dann vor einem Auditorium mehrerer hundert aufmerksamer Zuhörer ihre
eigenen Standpunkte vortragen. Herrschte in früheren Tagungen in der Regel
weitgehend parteiübergreifender Konsens, so wurden diesmal bemerkenswerte
Unterschiede der zumeist ärztlichen, aber auch der anderen Repräsentanten
der Parteien deutlich. Doch bevor die Argumente ausgetauscht werden
konnten, ergriff der Schirmherr der Tagung, Landtagspräsident a. D. Alois
Glück, das Wort und spannte einen nachdenklichen, philosophisch geprägten
Bogen. Zur Schirmherrschaft bekannte sich Glück, „um einfach die
Wertschätzung (für die Leistungen der Heilpraktiker) zum Ausdruck zu
bringen, Wertschätzung auch auf Grund von Erfahrung“.

Alois Glück
Seine
nachdenklichen Auffassungen stützte Glück auf eine Fülle von persönlichen
Erfahrungen: im Bereich – auch geistig – behinderter Menschen,
im Bereich der Palliativmedizin und im Erfahrungsaustausch mit Menschen,
die ihm neue Einsichten vermitteln können. Ihn fasziniere – so meinte
Glück – eine Auffassung des Bonner Wissenschaftlers Meinhard Miegel,
der die ambitionierte Aufgabe vorgegeben hatte, „eine zukunftsfähige
Kultur zu entwickeln“. Dazu bedürfe es einer „eigenständigen
und verantwortungsbewussten Lebensführung“, in der Glück
„dieses Ganzheitliche“ erblickt, das in den nachfolgenden
Referaten wiederholt aufgegriffen wurde. Darin liege eine
„Grundphilosophie“, in deren Mittelpunkt das „Verstehen
und Einordnen des Lebens“ stehe. Er registrierte, dass „auf dem
Krankenhaussektor der Bereich der Psychiatrie“ die stärksten
Zuwachsraten aufweist. Die Menschen würden die positiven Aspekte des
Daseins genießen, aber – so Glück – „die Kehrseite
unserer Art zu leben“ verdrängen und tabuisieren. Und daraus kommt
Glück zu dem Schluss, dass „aufs Ganze gesehen unsere heutige Art zu
leben und zu wirtschaften, nicht zukunftsfähig“ ist. Wir müssten
„gesellschaftlich aus einem unsinnigen Dualismus herauskommen in all
den Fragen, wo das abgewertet wird, was mit den heute bekannten Maßstäben
der Naturwissenschaft nicht zu messen ist“.

Dr. Wolfgang Heubisch
In diese
reale Welt ohne Zukunft führte als Vertreter der Staatsregierung der
Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch
(FDP), zurück. Der promovierte Zahnmediziner hob hervor, dass die
medizinischen Fakultäten und Universitätskliniken der bayerischen
Hochschulen „die Bedeutung der Komplementärmedizin für die
medizinische Versorgung erkannt“ hätten, ihren Studierenden auch
schon mal „eine Einführung in die klassische Homöopathie“ böten
und jetzt auch an der Technischen Universität München eine
Stiftungsprofessur für Naturheilkunde und Komplementärmedizin eingerichtet
werde. Er sehe – so Heubisch – darin eine
„Win-win-Situation“, in der sowohl Patienten als auch Naturheilkunde
profitieren würden. Das Auditorium nahm diese neue Wertschätzung
komplementärer und alternativer Heilverfahren, die auch in den
nachfolgenden Referaten immer wieder betont wurde, mit Wohlwollen zur
Kenntnis, harrte aber – weitgehend vergeblich – auf eine
Antwort auf die sie vor allem interessierende Frage, wie sie selbst als
Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker in dieses neue System der
Arbeitsteilung und Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich-schulischer und
komplementärer Patientenversorgung ihren Platz finden können.

Ursula Hilpert-Mühlig
und Christa Stewens
Das
wurde auch in dem Grußwort der früheren bayerischen Sozialministerin
Christa Stewens deutlich, die namens der CSU-Fraktion ihren Standpunkt
vertrat. Sie konstatierte „zu starke Abschottungstendenzen gerade bei
der konventionellen Medizin“ und griff ein Stichwort ihres Vorredners
Heubisch auf, der gemeint hatte, man müsse „Gräben überwinden, und
seien es auch nur vermeintliche“. Beide Seiten müssten voneinander
lernen, und – so fragte Stewens: „Haben wir nicht die Fehler
gemacht, dass wir den Menschen zu stark zerlegt haben in seine Einzelteile,
ohne die ganzheitliche Persönlichkeit, den Menschen als Teil der Natur
wirklich auch zu sehen“. Und – so die Politikerin weiter
– „das wird der Würde des Menschen im Endeffekt nicht
gerecht“.
Im
Detail sieht Christa Stewens den Platz der Naturheilkunde vor allem in der
Prävention als eigenständiger Säule, die bislang „ein Stück weit
Trauerspiel in der Gesundheitspolitik der Bundesrepublik“ sei:
„Ich halte es für unabdingbar notwendig, dass die Naturheilkunde im Bereich
der Prävention einen völlig anderen und neuen Stellenwert in Deutschland
und in Bayern erhält.“ Dieses Stichwort der Prävention griff dann
unter anderem deutlich Theresa Schopper, die
Gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag, auf
und meinte: „Ich finde, dass Naturheilkunde mehr als Prävention ist
und dass man sie nicht auf die präventiven Ansätze verkürzen darf.“
Sie glaube – so Schopper weiter –
„da würde man Ihrem Berufsstand auch ein Stück weit Unrecht tun, weil
Sie suchen nach den Ursachen, Sie suchen in dieser ganzheitlichen
Betrachtung einfach noch mal: Wo fehlt’s dem Menschen in seiner Person?“ Und unter dem Beifall des Auditoriums
betonte sie: „Das ist noch mal das Wichtige. Deswegen fühlen sich die
Patientinnen und Patienten bei Ihnen sehr gut aufgehoben, oftmals nach
einer langen Irrfahrt, und sie kommen dann zu Ihnen mit der letzten
Hoffnung. Und Sie sind diejenigen, die ihnen dann auch weiterhelfen
können.“

Kathrin Sonnenholzner
Die
Gegensätze zwischen der viel beschworenen, von der Vorsitzenden Ursula Hilpert-Mühlig
vorgetragenen naturheilkundlichen Grundauffassung und der Schulmedizin
wurden vor allem in dem Vortrag der Ärztin Kathrin Sonnenholzner, der
gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, deutlich. Sie habe auf
den vorangegangenen Tagungen für Naturheilkunde „nie nur die
Gemeinsamkeiten betont, sondern auch die Gegensätze, und sie müsse sagen,
„dass ich in der Frage der Impfung gegen die neue Grippe dezidiert
anderer Meinung bin“. Sie nahm dabei Bezug auf das Eingangsstatement
von Hilpert-Mühlig, wonach „die Ereignisse rund um die neue Grippe
– vulgo Schweinegrippe – auch das Thema unserer Tagung in
besonderem Maße berührt. Es verlangt von uns als Angehörige eines
Gesundheitsberufs vermehrte Aufmerksamkeit und kritische Reflexion, auch in
Verpflichtung unseren Patienten gegenüber.“ Die Heilpraktiker nähmen
die Schweinegrippe als Krankheit selbst sehr ernst, aber „genauso
ernst nehmen wir die Risiken, welche die von den Gesundheitsbehörden
vorgegebene Bekämpfung in sich bergen.“ Und sie listete diese Risiken
dezidiert auf (siehe dazu den Wortlaut des Referats). Am Ende blieb dann
als Gemeinsamkeit, dass „die Informationspolitik“ in Sachen
Schweinegrippe „eine Katastrophe ist“, die aber nicht
„die Politik zu verantworten (habe), sondern die, die Information
machen“. Sonnenholzner widersprach auch dem Schirmherren Alois Glück,
der beklagt hatte, dass „der Staat diesbezüglich unter Druck gesetzt
werde und daraus Mechanismen entstehen, die unabhängig von der fachlichen
Seite gesellschaftlich in keinem Fall positiv sein können.“ Dagegen
meinte Sonnenholzner, sie „glaube nicht, dass die Politik nur unter
Druck gesetzt worden ist. Ich glaube, dass es originäre Aufgabe der Politik
ist, vor einer drohenden oder existierenden Pandemie, vor der Gefahr auch
einer Mutation dieses Virus . . . genau diese Vorsorge treffen muss.“
Die Vertreter der übrigen Parteien, darunter immerhin zwei promovierte und
voll im Beruf stehende Ärzte, griffen wohlerwogen in diese Kontroverse
nicht ein und erwähnten die Impfproblematik mit keinem Wort.

Dr. Karl Vetter
Einen
neuen Patiententyp führte Dr. Karl Vetter, der als gesundheitspolitischer
Sprecher der Fraktion der Freien Wähler sein Debüt auf der Tagung gab, in
die Diskussion ein: jenen der „nicht im schulmedizinischen Sinne
erkrankt“ sei. Er werde, so meinte Orthopäde in einer großen Praxis
in Cham im Bayerischen Wald, von seinen Patienten
immer wieder gefragt: „Herr Doktor, was halten Sie denn vom
Heilpraktiker?“ Und da meinte er, dass „zunächst eine exakte
schulmedizinische Diagnostik wichtig“ sei, und dabei würden sich die
„Domänen der Ärzte“ herauskristallisieren: „der akute
Herzinfarkt, der frische Meniskusriss oder das Aortenaneurysma zum Beispiel“. Danach stelle sich die Frage: „Was machen wir
mit den Patienten, bei denen Befindensstörungen vorliegen? Die psychovegetative Ursachen ihrer Beschwerden haben? Die
sich in einer gewissen Dysbalance befinden?“ Da sei die Schulmedizin
„nicht unbedingt“ notwendig. Denn „hier stehen oft das
Gespräch, die Anleitung zum Gesundwerden, die Aktivierung von
Selbstheilungskräften im Vordergrund“. Für solche Patienten hätten
die Ärzte oft nicht ausreichend viel Zeit, und „bevor diese Menschen
nun allein gelassen werden oder als Hypochonder abgestempelt“
appellierte er an die Heilpraktiker/innen: „Kümmern Sie sich weiter
um diese Menschen. Es ist eine lohnende Aufgabe.“

Dr. Otto Bertermann
Dieser
Befund ging dem Vertreter der FDP, Dr. Otto Bertermann,
entschieden nicht tief genug. Nachdem er in Bezug auf politische
Standortbestimmungen der „lieben Frau Sonnenholzner“ betont
hatte: „Ich möchte hier nicht zur Gesundheitspolitik, ich möchte auch
nicht zur Parteipolitik Stellung nehmen. Dafür ist mir das Thema viel zu
wichtig.“ ging er zum fachlichen Kern der Diskussion über. Und
spätestens da war die Diskussion beim Motto dieser Tagung „Gestörte
Umwelt – kranker Mensch. Naturheilkunde als Chance“ angelangt.
Allergien und Umwelterkrankungen gehörten – so Bertermann – „zu den häufigsten zivilisatorischen Krankheiten“.
Allein in Deutschland seien davon nach zuverlässigen Schätzungen 25
Millionen Menschen betroffen. Er erlebe es in seiner eigenen Praxis immer
wieder, dass Patienten unter „diffusen Symptomen, nicht einfach nur
Befindlichkeitsstörungen oder nicht nur Instabilitäten, sondern ganz
konkret Schmerzen, Schwindel, Verzweiflung, Depressionen“ litten. Und
weiter: „Das sind konkrete Symptome, die es zu behandeln gilt, für
die die Schulmedizin sehr, sehr schnell bei der Hand ist mit Medikamenten,
die kriegen eine Strahlentherapie, die kriegen eine Cortison-Behandlung,
und wenn das alles nichts nützt, sind sie mit Sedativa oder mit Tranquillizern ganz schnell bei der Hand.“
Ebenso
deutlich ging Bertermann mit seiner eigenen
Wissenschaft ins Gericht. Umweltkrankheiten seien „noch weitgehend
unbekannt“, mit der Folge, dass viele Patienten, und besonders viele
Frauen „falsch behandelt und oft auch psychiatrisiert“ werden.
In Umweltambulanzen werden Patienten „gelegentlich als
Medizintouristen abgestempelt“ oder „ohne ärztlichen Check der
somatischen Schiene zugeteilt“. Längst seien „die
diagnostischen Fehler offensichtlich“ im Hinblick darauf, dass 30 bis
50 Prozent aller Patienten der Hausarztpraxen psychische Störungen haben
können. Aber – so schränkte Bertermann dann
wieder ein – „die Frage ist, wie viel Prozent von diesen
psychischen Störungen können wir mit Umweltgiften korrelieren?“ Daran
anschließend nahm Bertermann „Grenzwertideologien“ aufs Korn, jene Doktrin, dass Toxine
unter einem Grenzwert unschädlich und damit tolerabel seien. Wie auch von
Ursula Hilpert-Mühlig angesprochen, „gaukeln Grenzwerte Sicherheit
vor, die wir einfach nicht haben“. Die Ausführungen von Bertermann empfanden die Zuhörer als so profund, dass
die Vorsitzende den Referenten spontan für Fachreferate in ihrem Verband
verpflichtete.

Theresa Schopper
Das im
Krankheitsgeschehen offenbar immer umfangreicher werdende „Paar
Umwelt und Krankheit“ wollte Theresa Schopper durch eine „soziale Komponente“ ergänzt sehen. Sie meinte
damit, dass jene Menschen, die ohnehin nicht auf der Sonnenseite leben
können, also „Menschen mit einem kleineren Geldbeutel“, den
krankmachenden Umwelteinflüssen „noch einmal massiver
ausgesetzt“ sind. Das wiederum veranlasste Ursula Hilpert-Mühlig zu
der Bemerkung: „Den Bereich mit den sozial Schwachen sehen wir auch.
Das ist eine Gruppe, die häufig keinen Zugang zu Naturheilverfahren hat
– nicht weil sie so teuer sind, sondern weil da viele Barrieren davor
stehen.“ Und weiter: „Wenn da Möglichkeiten geschaffen werden,
damit gerechter umzugehen, dann haben Sie uns als Mitstreiter auf Ihrer
Seite.“
Unter
dem Eindruck des bevorstehenden Volksbegehrens nahm auch der
Nichtraucherschutz, auch als ein Aspekt der Umweltbelastungen, eine nicht unwichtige
Stelle in der Diskussion ein, zumal da der Heilpraktikerverband Bayern dem
Initiativbündnis für das Volksbegehren angehört. Kathrin Sonnenholzner
würdigte dabei ausdrücklich die Bemühungen, die der Heilpraktikerverband
schon bisher gegen die Gesetzesänderung aufgebracht hatte. Aber nachdem das
alles nichts genutzt habe, „muss es jetzt bitteschön das Volk
richten“. Auch Theresa Schopper assistierte: „Ich hoffe, dass wir wirklich diese 940.000
Unterschriften zusammenbringen, so dass wir da wieder einen
Nichtraucherschutz à la bonne heur in Bayern
bekommen“.

Ursula Hilpert-Mühlig und
Klaus Peter Rupp
Als
Vertreter der Landeshauptstadt München steht Klaus Peter Rupp (SPD) protokollarisch traditioneller Weise am Ende
der Referentenliste. Das verlangt ihm viel Geduld ab, verschafft ihm aber
den Vorteil, dass er die vorangegangene Diskussion gleichsam im
Zeitraffertempo Revue passieren lassen kann. Naturgemäß zog er Parallelen
zu den Ausführungen von Theresa Schopper, wenn er
meinte: „Eine Großstadt und ein Ballungsraum wie München steht beim
Thema Umweltschutz und Umweltmedizin besonderen Herauforderungen
gegenüber.“ Als Beispiele nannte er Lärmbelästigungen und
Luftverschmutzung mit „enormen Feinstaubbelastungen an Teilen des
Mittleren Ringes, wo EU-Grenzwerte ja schon sehr früh im Jahr überschritten
werden.“ Aber bei alledem sieht Rupp eine
gute Chance, dass auch hier die Naturheilkunde „einen weiteren
Schritt aus dem Schatten der klassischen Schulmedizin“ tun könne.
Christian Ullmann
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